Skip to main content

Bild: © Heiner - stock.adobe.com

17. August 2023

Landschaftsinitiative: Spannende Schlussetappe des Gegenvorschlags

Die Landschaftsinitiative setzt sich dafür ein, die Verbauung des Kulturlandes zu stoppen, um Landschaft, Natur und Böden zu schützen. Die vielversprechende Teilrevision des Raumplanungsgesetzes, über welche der Nationalrat bereits beraten hat, könnte indirekter Gegenvorschlag werden.


«Auen sind prägendes Landschaftselement und Biodiversitätshotspot. Aufgrund der intensiven Landnutzung sind jedoch seit 1850 über 90 Prozent der Auen verschwunden. Wollen wir die letzten zehn Prozent nicht auch noch verlieren, müssen wir den Flächenfrass ausserhalb der Bauzonen endlich stoppen

Martina Munz, Präsidentin Aqua Viva

Die Landschaftsinitiative will das überbordende Bauen ausserhalb der Bauzonen stoppen. In den letzten vier Jahren, seit der Lancierung der Initiative, verzeichnet die Bundesstatistik 23'000 neue Gebäude ausserhalb des Baugebiets! Die Initiative hilft, unsere schönsten Landschaften und die Biodiversität zu schützen und die besten Landwirtschaftsböden zu erhalten. Zum Thema «Bauen ausserhalb der Bauzone» hat der Nationalrat im Juni 2023 die Revision des Raumplanungsgesetzes (RPG2) mit einigen guten Vorschlägen verabschiedet. Nun liegt der Ball beim Ständerat, um mit der Bereinigung der letzten Differenzen im Gesetz zu entscheiden, ob das RPG2 als valabler indirekter Gegenvorschlag zur Initiative gelten kann.

Aqua Viva unterstützt die Landschaftsinitiative, um den Schutz von ans Wasser gebundenen Lebensräumen und Arten zu stärken.

Mehr Gewässernews

Hitzefalle Restwasserstrecke: Wie wir unsere Gewässer kühl halten

Der Klimawandel führt zu steigenden Wassertemperaturen in unseren Fliessgewässern. In Restwasserstrecken von Ausleitkraftwerken wird dieser Effekt noch verstärkt: Geringe Abflüsse, kleine Wassertiefen und verflachte, überbreite Sohlen verschärfen die Wirkung der Sonneneinstrahlung.

Flüsse brauchen mehr Wasser

Wasser ist keine Selbstverständlichkeit und der Druck auf die Fliessgewässer ist hoch. Wasserentnahmen für Stromerzeugung und Landwirtschaft hinterlassen Flüsse mit minimalen Wasserständen, manchmal sogar ganz ohne Wasser. Lebensraum für bis zu 80 Prozent der heimischen Tier- und Pflanzenarten ist dadurch stark gefährdet. Darüber sprechen wir mit Esther Leitgeb, Bereichsleiterin Gewässerschutz bei Aqua Viva.

Restwasser ist schrecklich still

Die Wasserkraft gilt als saubere Energie, doch viele Flüsse und Bäche sind gekappt, reguliert und oft wochenlang trocken, weil ihr Wasser umgeleitet wird. Unter dem Deckmantel der «nachhaltigen» Stromproduktion wurden Gewässerlandschaften umgestaltet – mit Folgen, die bis heute zu wenig beachtet werden.